Vor ihm gab es schon ein ganz liebes Baby.
Unseren Amik. Ein Yorkshire Mischling.
Er war ein kleiner Strolch und ein kleiner Pole.
Wir waren damals im Urlaub in Polen und der kleine Kerl grad mal 8 Wochen alt, sollte ausgesetzt werden.
Eigentlich wollten wir gar keinen Hund, weil wir berufstätig waren.
Aber besser er schläft tagsüber im Bett und wartet auf uns, als auf der kalten nassen Straße und wartet auf Futter.
So nahmen wir ihn mit.
Wir vergleichen ihn immer mit Rio, gerade jetzt, wo Rio so krank ist.
Amik wurde 16 Jahre alt. Während seines Hundelebens hatte er ab und zu mal ganz schlimmen Durchfall, sonst war er top drauf. So dass er auch in seinem jungen Alter nie Antibiotika oder ähnliche Chemikalien erhielt.
Er wurde zu DDR-Zeiten geboren und es gab bei uns keine Hundefertignahrung, bis auf eine. Und diese eine habe ich auch nur einmal gekauft. Deckel auf, das ganze Haus stank, ab in den Mülleimer.
So wurde er, jetzt kenne ich den Ausdruck, natürlich ernährt durch Barfen.
Als die Wende kam, war er bereits 3 Jahre und wollte absolut nicht an Dosenfutter, Trockenfutter oder Fertigleckerlis. So blieben wir bei der natürlichen Ernährung mit Frischfleisch.
Mit 8 Jahren stand er eines morgens nicht mehr auf. Ich versuchte ihn auf seine Pfötchen zu setzen, da fiel er einfach wieder um. Wie total betrunken. Ganz fix auf Arbeit entschuldigt und zum TA. Er hatte einen Schlaganfall.
Seit dem Tag bekam er seine Herzpillen.
Und mit diesen Pillen lebte er noch weitere 8 Jahre total munter.
Im Alter von 16 Jahren lief er noch neben dem Fahrrad her, wanderte 40 km mit und bestieg Berge von 2000 m Höhe.
Er war top drauf.
Leider wurde er von einem Riesenschnauzer tot gebissen. Er hätte bestimmt noch ein paar Jahre gehabt.
Nun zu unserer Art zu trauern.
Als ich die Dogge mit unserem Kleinen im Fang sah, der jämmerlich schrie, habe auch ich wohl die ganze Umgebung zusammengeschrien.
Sie legte ihn vorsichtig ab und kam zu mir und wollte eine Belobigung.
Ich weiß nicht, was in der Dogge in diesem Moment vorging.
Ich eilte schnell zu unserem Schatz. Er lag leblos da.
Als ich ihn auf den Arm nahm.....
mir kommen gleich wieder die Tränen, die Bilder gehen einfach nicht wieder aus meinem Kopf, obwohl es am 12. April nun schon 6 Jahre her ist....
Also nochmal, als ich ihn auf den Arm nahm spürte ich noch Spannung in seinem Körper und so wie ich ihn im Arm hatte, sackte alle Spannung weg und er war tot.
Mit ihm im Arm ging ich ins Haus.
Ich saß mit ihm über eine Stunde unbeweglich da, ihn in meinen Armen und an mich gepresst.
Erst durch einen eigenartigen Geruch kam ich wieder zu mir.
Sein ganzer Bauch war aufgerissen, samt der Därme. Dabei stellte ich auch erst fest, dass sowohl ich, der ganze Weg ins Wohnzimmer und überall, wo ich mich mit ihm aufhielt, voller Blut war.
Aber ich konnte ihn einfach nicht loslassen.
Dann ging ich zum Telefon, noch immer unseren kleinen Amik im Arm und informierte all die Leute, wo ich glaubte, dass sie noch Abschied nehmen möchten.
Bis zum Eintreffen der Ersten, die Abschied nehmen wollten und natürlich Trösten wollten, was total zwecklos war vergingen ca. 2 Stunden. So lange hielt ich unseren Schatz fest.
Dann legte ich ihn in sein Bettchen und stellte ihn in den Garten dorthin, wo sein Lieblingsplatz war. Er lag ganz zufrieden in der Sonne.
Alle saßen um ihn herum, wie um ein Lagerfeuer und jeder ging seinen Gedanken und Tränen nach.
Tröstende Worte wie: er war schon 16 Jahre und ist artgerecht gestorben, halfen mir in diesem Moment überhaupt nicht. Eigentlich haben mich diese Worte nie über seinen Tod getröstet.
Erst jetzt, wo Rio so krank ist, sehe ich es doch etwas anders.
Wir haben bis zum Sonnenuntergang bei ihm gesessen.
In der Zwischenzeit hat mein Mann an einem ruhigen Plätzchen ein Grab geschaufelt.
Als die Sonne unterging, ging auch unser kleiner Micki mit unter.
Unter die Erde.
Wir haben ihn mit samt seinem Bettchen und natürlich seinem Lieblingsspielzeug und Leckerlis begraben.
Ich bin bis heute nicht darüber hinweg. Aber es macht mir Freude, wenn man es so überhaupt nennen kann, wenn ich sein Grab pflege und spüre, dass er noch irgendwie bei uns ist. Er hat auch einen Grabstein erhalten.
Zu seinem Geburtstag und zu seinem Todestag nehmen wir uns die Zeit und stellen uns an sein Grab und erinnern uns an diesen kleinen lustigen Strolch.













