von Claudia » Fr Jun 12, 2009 1:29 am
Hallo,
hier möchte ich Euch Fio´s Krankengeschichte schildern in der Hoffnung, dass Ihr mir den einen oder anderen Rat geben könnt.
Es ist ein kleiner Roman, den ich schreibe, ich hoffe der eine oder andere liest bis zum Schluß weiter - schon mal "Danke" für die Ausdauer!
Begonnen hat alles nach der Geburt von Fios drittem Wurf Welpen im Dezember 2008. Beim Abtasten des Gesäuges habe ich an zwei Gesäugekomplexen Knoten festgestellt.
Der TA meinte, sobald die Welpen abgesgeben wurden und sich das Gesäuge zurückgebildet hat sollen die entfernt werden. Ich habe mir keine allzu großen Sorgen gemacht, schließlich hatte ich vor genau 2 Jahren schon einmal drei Knoten aus dem Gesäuge entfernen lassen, die alle gutartig waren (2 Lipome und eine verkapselte Zyste oder so ähnlich)
Zudem hat Fio schon seit geraumer Zeit einen walnussgroßen Knoten am Hals, meine TÄ meint, das sei eine Fettgeschwulst, die bei der OP mit entfernt werden soll.
Weiter hat sie seit ca. 2 Wochen eine Gewebewucherung im Maul, laut meiner TÄ eine Epulide, sollte auch raus.
Nun wurde Fio Ende Mai operiert. leider passte die Narkose so gar nicht und es konnte nur einer der beiden Tumore entfernt werden. Dieser wurde zur Untersuchung eingeschickt. Das Ergebnis von Laboklin lautet "Mammamischtumor mit Anteilen von Adenokarzinom und Fibrosarkom".
Ich war natürlich total geschockt, hatte ich doch damit gerechnet dass die Knoten wieder gutartig waren.
Ich habe mich aber doch von meiner TÄ trösten lassen, sie meinte der Befund sei kein Todesurteil und Fio könne damit alt werden. Es sollte aber der zweite Tumor auf jeden Fall schnellstens entfernt werden.
Dann bemerkte ich etwa 10-12 Tage nach der OP, dass die eine Lymphdrüse in der Achsel geschwollen ist. Eine TÄ sagte mir, das käme von der OP, schließlich wäre dort noch nicht alles abgeheilt.
Doch bereits ein paar Tage später stellte ich fest, dass die Lympdrüse unter der anderen Achsel auch dicker wurde.
Nun war ich total besorgt und habe wie wild gegooglet und die ganze Nacht das gesamte Netz nach Infos abgesucht.
Inzwischen waren auch die Lymphdrüsen oben am Hals/Kiefer leicht vergrößert.
Außerdem sind mir ein paar Stellen unter der Haut aufgefallen, fühlen sich an wie kleine runde Knubbel, an einem dieser Knubbel geht das Fell aus. Zufall?
Direkt am nächsten Tag habe ich einen Termin in der Tierklinik Duisburg-Asterlagen vereinart. Dieser Termin war vorgestern und die Diagnose und Prognose war niederschmetternd.
Die eine geschwollene Lymphdrüse unter der Achsel wurde punktiert, ebenso die Geschwulst am Hals.
Das Dings am Hals ist wirklich eine Fettgeschwulst, ein Lipom.
In der Lymphdrüse in der Achsel wurden Krebszellen festgestellt. Der TA sagte, Fio hätte wohl Lymphdrüsenkrebs und nicht mehr lange zu leben.
Er meinte, Chemo oder Bestrahlung wäre sinnlos, weil zu spät und den verleibenden Knoten im Gesäuge würde er auch nicht entfernen lassen, weil es die Überlebenschancen nicht erhöhen würde.
Ich war total entsetzt, konnte gar keinen klaren Gedanken fassen, geschweige denn kluge Fragen stellen. Ich bin regelrecht aus der Klinik geflohen, habe sogar vergessen zu bezahlen.
Ich bin erst mal an den Rhein gefahren und habe ewig dort gesessen und geheult. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass meine lebensfrohe, agile Fio so krank sein soll.....
Zudem kann (oder will) ich mir gar nicht vorstellen, dass Fio direkt von drei Krebsarten heimgesucht wird. Erst der Gesäugetumor mit Adenokarzinom und Fibrosarkom, dann noch Lymphdrüsenkrebs? Hat das schon mal jemand gehört??
Nachdem ich dann endlich den Heimweg angetreten konnte habe ich zu Hause wieder das Netz nach Infos durchsucht.
Zudem habe ich eine Freundin, deren Weimaraner auch Krebs hat. Die hat mir einen Arzt in Hessen empfohlen, Dr. Söhl in Lichtenau. Kennt den hier vielleicht jemand?
Zudem bin ich auf die Klinik in Hofheim gestoßen und habe mir dort einen Termin für nächsten Diestag gesichtert. Früher war unter keinen Umständen möglich und einen Arzt durfte ich auch nicht sprechen, das würde dort nicht so gehandhabt, man müsse ohne telefonische Auskunft dort hinkommen.
Ich habe noch am Dienstag zig Mal bei dem Arzt in Hessen angerufen und mir so einen Termin für gestern erbetteln können.
Dieser Arzt hat dann Fio genau untersucht und festgestellt, dass sich an der operierten Stelle am Gesäuge bereits wieder Gewebe (Tumor?) gebildet hat. Außerdem hat er noch einen weiteren Knubbel am Vorderlauf gefunden und einen zwischen den Vorderläufen...
Es wurden Röntgenbilder von der Lunge gemacht, leider ist von den drei gemachten Aufnahmen nur eine gelungen, auf dem Bild sieht die Lunge aber völlig in Ordnung aus.
Ultraschall der gesamten inneren Organe ergab auch keine Auffälligkeiten.
Er hat auch die Lymphdrüsen mit Ultraschall angeschaut und meinte, dort wäre nichts auffälliges. Kann man Lymphdrüsenkrebs feststellen, indem man die Drüse per Ultraschall ansieht?? Ich konnte im Netz nichts darüber finden, es wird immer nur von Biopsie geschrieben.
Der Arzt will nun alle Knoten entfernen, die bereits operierte Stelle am Gesäuge nachoperieren, die andere Gesäugeleiste komplett rausnehmen, das Dings aus dem Maul herausholen und gleichzeitig die Eierstöcke entfernen. Die Gebärmutter soll aber drin bleiben, (Warum? Hier haben einige geschrieben dass ihre Hunde eine Gebärmuttervereiterung hatten, ist es nicht besser die mit rauszunehmen??)
Die geschwollenen Lymphdrüsen in den Achsel will er punktieren und dann mit Laser behandeln.
Alle herausgenommenen Knubbel sollen untersucht werden und dann darauf abgestimmt mit der Chemo begonnen werden. Die Chemo sieht so aus, dass sie eine einzige Infusion bekommt und dann drei Wochen Pause. Das ganze wird drei Mal wiederholt. Keine Tabletten und nix. So was habe ich hier im Forum noch nicht gelesen, oder habe ich was übersehen?
Dieser Arzt meint, in Duisburg hätten es sich die Ärzte zu leicht gemacht. So sagte er, dass die mit dem Krebs-Schnelltest nur feststellen können, ob Krebszellen in der Lymphdrüse sind, aber nicht welche. Ist das so??
Er sagte, es könne genauso gut sein, dass nur die eine Lymphdrüse mit Krebs befallen ist, weil die so nah an dem Gesäugetumor liegt. Außerdem hätte die diese vernichtende Prognose nicht stellen sollen, ohne die inneren Organe zu untersuchen.
Er ist der Meinung, dass man das alles gut in den Griff bekommen kann.
Erst war ich total happy nach dem Besuch bei diesem Arzt, hatte er mir doch große Hoffnungen gemacht. Doch die Euphorie dauerte nicht sehr lange an, die Diskrepanz zwischen den beiden Ärzten erscheint mir zu krass.
Im Grunde habe ich ja zwei komplett gegensätzliche Prognosen. Die TK in Duisburg sagt, alles ist hoffnungslos und ich solle gar nichts mehr machen und nur die verbleibende Zeit so schön wie möglich gestalten.
Der Arzt in Lichtenau sagt, alles gar kein Problem, das wird schon wieder...alles muss raus, dann Chemo und gut ist´s.
Ich habe nun völlig den Überblick verloren, schwanke zwischen totaler Hoffnungslosigkeit und Optimismus, je nach Stimmung.
Fio ist eigentlich total fit, vielleicht ein wenig müder als früher.
Gedanken machen mir auch ein paar andere Auffälligkeiten: Sie hechelt öfters, obwohl es nicht soooo warm ist und sie als "Nackthund" eigentlich Wärme liebt. Sie liegt seit kurzem öfters auf dem nackten Boden statt auf flauschigen Decken auf der Couch.
Außerdem hat sie schon länger Pigmentveränderungen an den Lefzen, das haben hier auch viele von Euch schon geschrieben.
Wie würdet Ihr jetzt vorgehen? Den Termin in Hofheim wahrnehmen und somit noch eine dritte Meinung hören? Dem Arzt in Lichtenau vertrauen?
Ich würde alles tun, wirklich alle, um diese Krankheit zu besiegen, allerdings möchte ich nicht Fio von vorne bis hinten aufschneiden lassen obwohl es keinen Sinn macht. Die OP wird aufwändig sein und sie wird einige Zeit brauchen um sich davon zu erholen. Dann noch die Chemo....Weimaraner haben ohnehin rassebedingt einen anfälligen Magen und Darm. Wie wird sie das verkraften?
Ich habe bereits im letzten Jahr eine Tochter von Fio durch einen Autounfall verloren, wenn das so weiter geht ist mein Rudel bald ausgerottet.
Ratlose Grüße,
Claudia